Aquaristik
Die Aquaristik ist wohl
eines der schönsten Hobbys, die es gibt. Millionen von Aquarianern auf
der ganzen Welt können nicht irren. Und es werden ständig mehr.
Allerdings gibt es auch welche, die dem Hobby nicht lange treu bleiben.
Das hat verschiedene Gründe. Ein Hauptgrund ist wohl der, das sich viele
ein Becken zulegen, ohne richtig zu wissen was da auf sie zu kommt. Eine
weitere Tatsache ist die, das diese so genannten Komplett-set`s (Becken,
Filter, Heizer usw.) viel zu klein sind und für eine erfolgreiche Pflege
von Fischen meiner Meinung völlig ungeeignet sind. Beispiel: Becken
60x30x30cm= 54ltr. Meistens zu einem Preis um die 59,-Euro. Nehme ich
jetzt den Bodengrund von ca. 5-6cm, (besser wären sogar 10cm), Heizer,
Dekoration, womöglich noch einen Innenfilter und schließlich Pflanzen.
Wie viel Schwimmraum bleibt da noch für Fische? Genau, sehr sehr wenig.
Von den 54ltr. ursprünglichen Wasserinhaltes bleiben gerade mal ca. 25ltr
übrig. Was will man den da noch an Fischen reinsetzen? Möchte man zum
Beispiel Neons haben, kann man höchstens 5Stk reinsetzen. Denn es gilt,
pro Fisch eine gewisse Literanzahl als Faustregel.

Und 5ltr. Wasser für
einen Neonfisch ist bestimmt nicht zu hoch angesetzt. Im Gegenteil, man
spricht sogar von "3-4 Liter Wasser pro 1cm Fisch". Das würde
bedeuten: Ist ein "Roter Neon" 5cm groß, müsste man einem
Fisch 15-20Liter Wasser zur Verfügung stellen. Hält man nun einen
Schwarm Neons von 20 Exemplaren, bräuchte man ein Aquarium mit einer
Literzahl von: 300-400 Liter! Nach Abzug der Dekoration, Kies und den
Pflanzen bleiben dann noch c.a. 180 Liter freier Schwimmraum. Jetzt teilen
Sie noch diese 180 Liter durch die 20 Fische. Jetzt haben Sie aber noch
zwei Antennenwelse von je 10cm und vier Panzerwelse von je 6cm. Und schon
schrumpft das ganze auf 6 Liter pro Fisch! Noch fragen? Sicher kann man
auch mehr Fische einsetzen. Aber kann man dann noch von artgerechter
Tierhaltung sprechen?

Sicherlich schaut die
Realität aber anders aus. Bleiben wir aber bei diesem Becken
60x30x30=54Ltr. Das Becken wird aufgestellt, Bodengrund rein, Deko und
Pflanzen. Jetzt werden in der Regel 15-20 Fische gekauft und eingesetzt.
Was an unserem Beispiel bedeutet 1,25 Liter auf einen Fisch. Erschreckend
nicht wahr? Es wird zu dem viel zuviel gefüttert, meistens 1x am Tag und
da wird dann kräftig reingeschüttet. Es "schneit" regelrecht
Futter. Das Futter kann gar nicht richtig verwertet werden und belastet
somit unser kleines Biotop. Die Folge ist, das Becken kippt uns irgendwann
um (Biologisch gesehen). Und die ersten Fische werden Krank oder im
schlimmsten Fall sterben sie. Die Pflanzen wachsen auch nicht so recht wie
sie sollen und so endet das Becken früher oder später auf dem Dachboden.
Leer natürlich. Und das muss eigentlich nicht sein. Ich möchte niemanden
dieses schöne Hobby vermiesen. Aber
wir Menschen haben schon zu sehr in der Natur und der Tierwelt viel zu großen
Schaden angerichtet. Es liegt in der Natur des Menschen alles zu zerstören!
Aber das ist ein anderes Thema. Und wenn wir uns schon Tiere in die
Heimische Stube holen, dann sollten wir doch bestrebt sein, diese
Kreaturen so Artgerecht wie möglich zu halten. Beherzigt man ein paar
Regeln, kann man auch in der Aquaristik als Anfänger sehr schnell gute
Erfolge erzielen.

Am Anfang sollte man
sich überlegen, welche Fische man Pflegen will, (z.B.. Guppys oder
Barsche usw.) und sich erst mal ein Buch kaufen. Für den Neu Aquarianer
empfiehlt sich hier das Werk von "Mergus Aquarienatlas Band 1".
Hier bleiben keine Fragen offen. Das Buch führt gut in die Thematik
Aquaristik ein. Ich selbst habe es jetzt schon seit 1987 und schlage immer
noch den einen oder anderen Artikel nach. Das Buch gibt`s mittlerweile in
der 11. Auflage. So, wie muss man sich denn nun
ein einigermaßen gut funktionierendes Aquarium vorstellen? Für ein
Aquarium von Anfang an etwas mehr Investieren. Es lohnt sich auf jeden
Fall. Ein Ideales Aquarium stelle ich mir so vor: 100 bis 150ltr. mit
einer Abdeckung in der mindestens 2 Neonröhren untergebracht sind (für
pflanzen ein Muss), ein guter Innenfilter, der den Beckeninhalt 3-4mal pro
stunde umwälzt.

Das ist schon mal die
halbe Miete. Denn gerade bei der Filterung werden viele Fehler gemacht.
Selbstverständlich kann man auch einen Außenfilter verwenden. Vor und
Nachteile gibt's unter der Rubrik "Technik". Des öfteren habe
ich schon beim Einkaufen meines Zoo-Händlers Verkaufsgespräche mit gehört.
Und immer wieder, (ehrlich, schon ein paar mal gehört): Kunde: Muss der
Filter wirklich Tag und Nacht Laufen? Verkäufer: Selbstverständlich! Wer
so an die Sache rangeht, der sollte doch lieber die Finger von der
Aquaristik lassen. Ich möchte nicht wissen wie viele da doch Tatsächlich
nachts den Filter ausstellen und sich dann wundern Wenn es nicht klappt.
Eins muss ganz klar gesagt werden: Ein Filter muss ständig laufen
"24 Std!"
© regius-python
2006 - 2010 - Impressum