Futter
Über die Fütterung von Schlangen hat
man sicher schon viel geschrieben. Und auch hier gibt es Meinungen die
nicht immer einheitlich sind. Die einen schwören auf Lebendfütterung,
während andere Frostfutter vorziehen. Nun ich denke man sollte die
Schlange entscheiden lassen. Sicherlich ist man gut beraten wenn die Tiere
beides nehmen. Aber leider ist das nicht immer so. Der Python Regius wird
in der Fachliteratur als schwieriger Fresser bezeichnet. Das mag sein,
aber es kommt immer auf das jeweilige Tier an. Und sicherlich welcher
Herkunft das Tier ist. Ist es ein Wildfang, eine Deutsche Nachzucht, eine
Farmzucht u.s.w.

Oftmals werden die Tiere im Handel als
Nachzuchten angeboten. Das es sich hierbei aber nicht um Deutsche
Nachzuchten handelt, sondern um Farmzuchten wird meistens nicht gerne
gesagt. Der Grund ist ganz einfach. Deutsche Nachzuchttiere sind teuer.
Farmzuchten sind wesentlich günstiger zu haben. Eine Farmzucht für einen
Python-Regius kostet im Zoogeschäft c.a. 100,-Euro. Würden die
Zoogeschäfte die Tiere von einem Deutschen Züchter kaufen, würde der
Preis für den Endkunden sicherlich bei 200,-Euro liegen. Und das schreckt
viele dann ab. Und wer will schon mehr bezahlen als nötig? Das Risiko
seitens der Verkäufer und Käufer das man bei einer Farmzucht eingeht
wird mit einkalkuliert. Geht das Tier ein, ist der Verlust wenigstens
nicht so hoch. Sicherlich ein Aspekt über den sich viele gar keine
Gedanken machen.

Also ist man eigentlich gut beraten
etwas mehr zu bezahlen und das Tier von einem seriösen Deutschen Züchter
zu erwerben. Hier kann man sich vor Ort ein Bild machen. Wie sehen die
Elterntiere aus, sind die Terrarien gepflegt u.s.w. Und ein seriöser
Züchter wird einem auch nach dem Kauf noch mit Rat und Tat zur Seite
stehen. Das soll jetzt nicht heißen, das man Tiere nicht im
Zoo-Fachgeschäft erwerben soll. Es gibt durchaus sehr gute
Zoo-Fachgeschäfte, in denen man sehr gut beraten wird.
Unsere
Schlange frisst beides, also Frostfutter
und Lebendfutter. Schon bei der allerersten Fütterung, nahm sie die
kleine tiefgefrorene Springermaus. Dazu wird die Maus in warmen Wasser
aufgetaut. Dauert so c.a. 20 Minuten, aber aufpassen nicht so lange im
Wasser lassen, sonst fängt das kleine Mäuschen an zu garen. Dann mit
Küchenkrepp abgetrocknet und gleich verfüttern. Wir nehmen die Maus dann
mit einer großen Pinzette am Fell auf und halten sie dem Python hin. Es
dauert keine 5 Sekunden und er schnappt zu.......

Gefüttert wird übrigens nicht im
Terrarium! Wir füttern außerhalb des Terrariums! In einer separaten Box.
Warum? wenn wir innerhalb des Terrariums füttern würden, dann
interpretiert die Schlange vielleicht das öffnen des Terrariums, dies mit
Futtergabe und könnte eventuell zubeißen. Andere wiederum füttern lieber im
Terrarium. Das muß wohl jeder für sich entscheiden. Wir können unsere jederzeit rausnehmen, nicht nur zum Füttern,
die noch nie versucht hat sich zu wehren oder gar zu
schnappen.
Bei
Lebendfutter ist das natürlich immer so ne Sache. Viele
können das nicht sehen. Mir macht's nichts aus. Meine Frau
mag es nicht so gerne. Wenn aber eine Katze eine Maus fängt,
diese Tötet und anschließend frisst, dann ist das das
normalste der Welt.... Im Moment füttern wir alle 7 Tage
und einmal im Monat gibt's ne lebende Maus. Dieses Intervall
hat sich als gut erwiesen für die junge Schlange.
WICHTIG!
Während der Häutungsphase sollte nicht gefüttert werden. Bis
jetzt ist sie ein unkomplizierter Fresser.

Die Zeit ist
gekommen, wo die Mäuse nicht mehr ausreichen, dachte ich! Seit wir sie
haben, bekam sie nur Mäuse und die reichen eben nicht mehr
aus. Man merkt es einfach, das sie nach der Fütterung
schneller wieder auf Nahrungssuche im Terrarium geht.
Deshalb gibt's jetzt junge Ratten, selbstverständlich noch
keine ausgewachsenen, sondern der Größe entsprechend.
Die erste Fütterung
wurde ein Filmreifes Erlebnis. Die Ratte ihr vor die Nase
gehalten ging sie zwar in "S" Stellung wartete aber und
überlegte lange ob sie zubeißen soll. Der Geruch des Nagers
war ihr anscheinend fremd, war sie doch den Geruch von
Mäusen gewöhnt. Das ist nicht ganz so einfach. Nach ca.
einer halben Minute schlug sie aber doch zu. Drückte zu und
wollte anfangen den Nager zu verschlingen. Leider nur von
hinten herum..... Also nicht wie Schlangentypisch vom Kopf
des Futtertieres.

Sie kämpfte Tapfer
mit dem Nager. Sie packte ihn genau zwischen den beiden
Hinterbeinen. Und kämpfte und kämpfte..... Bis es
schließlich 2 mal "Krack" machte und die Beine des Nagers
brachen. Nun hatte sie leichtes Spiel und verschlang das
Futtertier.... leider nur verkehrt rum. Die ganze Prozedur
dauerte fast eine Stunde. Aber was soll man machen.
Eingreifen kann man eh nicht. Und so muss man die Schlange
halt machen lassen. Das kostete den Python viel Kraft und ich dachte,
jetzt ist sie bestimmt für 2 Tage K.O. aber denkste. Abends
als das Licht ausging war sie schon wieder auf Achse in
ihrem Terrarium. Doch dabei blieb es nicht. Wir mußten
wieder umstellen auf Mäuse! Siehe hierzu das Kapitel: "Tagebuch"
© Stephan Schwarz
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