Königsnatter / Seite 2
Lampropeltis getula californiae
Das Glasterrarium
der Königsnatter ist natürlich nur eine Übergangslösung.
Auch sie wird spätestens in meinem Urlaub ein Holzterrarium
bekommen. Die Gründe hierfür sind ja dem aufmerksamen Leser
dieser Seiten bekannt. Bis jetzt ist alles im grünen Bereich und ich habe
viel Freude an meinem neuen Pflegling. Die erste Fütterung
war erstaunlich. Ich taute eine kleine Babymaus auf, was ja
recht schnell geht und nahm sie mit der Pinzette auf. Ich
hielt sie der Schlange mit kleinen Bewegungen vor die Nase.

Sie biss einmal kurz zu und haute wieder ab. Was ist los?
keinen Hunger oder was? Ich probierte es noch mal. Sie
wollte nicht. Ich legte die Futtermaus auf das Holzstück
direkt unter dem Elsteinstrahler. Mal warten..... Ich ging
aus dem Zimmer um mir etwas zu holen. Kam nach 10 Minuten
wieder und sah die maus nicht mehr. Aha! da hatte wohl
jemand doch Hunger und ließ sich die Maus unter ihrem
Lieblingsplatz schmecken. Schön! Das Füttern im Terrarium
klappte also schon mal. Die nächste Fütterung probiere ich
dann außerhalb des Terrariums. Ich konnte ferner beobachten,
das sich die Schlange auch gern mal eingräbt. Ein verhalten
wie es auch in der Fachliteratur nachzulesen ist.

Ein besonderes
verhalten zeigte die kleine Schlange, als ich das Trinkgefäß
raus holte um frisches Wasser auf zu füllen. Sie beobachtete
das und fing ganz aufgeregt mit dem Schwanz an zu rasseln.
Nur eben ohne das Obligatorische Akustische Geräusch. Wow! Macht hier
einen auf Klapperschlange die kleine Maus. Sehr Interessant,
muß ich schon zugeben. Ob sich dieses Verhalten auch später
noch zeigt, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist das ja nur
bei Jungtieren zu beobachten. Man wird sehen. Die nächste
Fütterung wollte ich außerhalb des Terrariums durchführen.
Damit sie nicht jedes mal das öffnen des Terrariums mit
Futtergabe interpretiert.

Und das klappte
ausgezeichnet. Nur das Fangen erwies sich als etwas
schwierig. Sie ist schon ein kleines wuseliges Schlänglein.
Aber hast du sie erst mal auf der Hand, dann wird sie sehr
schnell ruhig und wuselt zwischen deinen Fingern rum. Ganz
toll. Kaum in der Fütterungsbox und ihr die Baby-Maus mit
der Pinzette vor die Nase gehalten, nahm sie auch gleich die
Witterung auf. Ich zog die Maus noch ein kleines Stück von
ihr weg und sie folgte. Schnappte zu und fing sofort an das
Futtertier zu verspeisen. Klasse, auch dieser Part, die
Schlange außerhalb des Terrariums zu füttern, klappte
wunderbar. Ich bekam vor kurzem einen Anruf von Kölle-Zoo,
das die kleine L.t.sinaloae gefressen hat. Das freute mich
natürlich sehr. Sie haben zwei Wochen gebraucht um die
kleine zum fressen zu bewegen. Jetzt nimmt sie endlich das
Futter an.

Die erste Häutung
der kleinen L.g.californiae stand an. Zu erkennen war es an
der Trübung der Augen. Also ließ ich sie ganz in Ruhe. Als
die Augen wieder klar wurden, dauerte es nicht lange bis die
eigentliche Häutung eintrat. Komischerweise suchte sie nicht
die Schlupfbox mit dem Sphagnummoos auf. Sondern legte sich
unmittelbar auf das Holzstück das unter dem Elsteinstrahler
liegt. Dort ist es ja am trockensten. Dort lag sie 3 Tage.
An einem Sonntag, wir waren spazieren, kamen heim und ich
blickte ins Terrarium. Und was sah ich? die abgestreifte
Haut der kleinen Königsnatter. Klasse, dieser Part klappte
offensichtlich auch wunderbar. Ich war erleichtert und stolz
zugleich. Zeigt doch die perfekte Häutung an einem Stück,
das alle Werte im Terrarium im grünen Bereich sind.

Das Terrarium
für die Königsnatter ist fertig und ist ein wahres Schmuckstück
geworden. Die Vorgehensweise ist die gleiche wie beim OSB-Terrarium,
nur mit einem Unterschied. Verwendetes Holz: Fichtenholz aus dem
Baumarkt. Materialkosten: 64,-Euro. Diesmal wurde nicht nur
verschraubt sondern auch wasserfest verleimt. Es hat die Masse
120x50x60 hat zwei Podeste mit Integriert. Alles wurde vier mal
gestrichen, nach jedem Anstrich wurde geschliffen mit feinem
Sandpapier. Eine leichte Reinigung ist somit gewährleistet. Für die
Beleuchtung habe ich mich diesmal für eine 11Watt Feuchtraumlampe
von Schuko entschieden, die ich im Internet für 12,90 Euro gefunden
hatte. Als Hauptwärmequelle dient ein Elsteinstrahler mit
100Watt, der selbstverständlich von einem Schutzkorb umgeben ist.
Geregelt wird dieser von einem Biotherm
Professional.
Allerdings
geht dieser in den warmen Sommermonaten so gut wie nie an, da die Feuchtraumlampe mit ihren 11 Watt gut 25,5 Grad an der
wärmsten stelle erreicht. Trotz allem wird das Kunststoffglas der
Lampe nur Handwarm. Im Winter sieht das aber wahrscheinlich
anders aus. Und da kommt der Elsteinstrahler dann zum Einsatz.

Als Bodengrund
habe ich ein Erde/Sandgemisch aus dem Terraristikfachhandel gewählt. Das ist genau nach den
Bedürfnissen der kleinen Natter. Sie gräbt sehr gern darin und
verschwindet auch regelmäßig nach dem Füttern im Sand. Nach dem die
Arbeiten am Terrarium fertig waren habe ich das ganze Terri 2 Wochen
lang auslüften lassen. Was mir aufgefallen ist, das es im Sommer
sehr günstig ist ein Terrarium zu bauen. Anstriche, sowie
Silikonverklebungen sind sehr schnell trocken. Und die Gerüche sind
auch nicht so Intensiv. Bei der Gestaltung des Terrariums war mir
das leichte Reinigen besonders wichtig. Schöne selbstgebaute
Rückwände hin oder her, wenn die Schlange da drauf kotet, ist es
nicht besonders leicht diese Stellen wieder zu reinigen. Die beiden
Podeste sind ebenfalls aus Fichtenholz und wurden insgesamt vier mal
gestrichen und sind so glatt wie ein Spiegel. Sollte die Schlange da
drauf ihr Geschäft machen, ist es ein leichtes, diese Stellen zu
reinigen. Ich bin mittlerweile ein überzeugter Holzterrariumfan in
jeder Hinsicht. Und kann nur jedem empfehlen sich ein Holzterrarium
selber zu bauen oder eben fertig kaufen. Wie lange die Lebenszeit
eines Holzterrariums ist, weis ich nicht, aber sollte es eines Tages
mal den Anschein machen, auseinander zu fallen, dann baue ich halt
ein neues. Aber ich denke, die halten schon eine zeitlang. Das
Terrarium von Miss Marple ist ja auch noch Tip-Top in Schuß und die
wohnt jetzt schon über zwei Jahre drin. Und wie heißt es doch so
schön: Nichts ist für die Ewigkeit...
Buchtipp zum Thema:
"Die Dreiecksnatter"
von Dieter Schmidt ISBN: 10:3-937285-69-5
"Nattern" von
Dieter Schmidt ISBN: 3-7742-6947-5
"Die Kettennatter"
von Dieter Schmidt ISBN: 3-937285-03-2
"Kornnattern" von
Gunther Köhler & Philipp Berg ISBN: 3-936180-14-8

© regius-python
2006 - 2010 - Impressum