Terrariumbau / Seite
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Zwei Podeste sollten sein, ein
größeres und ein kleineres. Ferner wollte ich auch nicht auf einen
schönen Ast, der über die ganze Länge des Terrariums geht nicht
verzichten. Was bietet sich da für die Podeste besser an als Leimholz. Lässt sich sehr
schön bearbeiten und sieht schick aus. Gut, die Holzwinkel sind aus dem
Baumarkt und zum Stückpreis von 5,95 Euro auch nicht gerade ein
Schnäppchen. Aber da es jetzt ein Holzterrarium ist, wollte ich keine
Metallwinkel. Die Bohrlöcher an Rückwand und Seitenteil, die
entstanden für die beiden Podeste zum festschrauben, habe ich jeweils mit
einem dicken Tupfer Silikon versehen. Und anschließend die beiden Podeste
sofort festgeschraubt. Auf den Podesten, wurde an den zwei Kanten zu
Rück und Seitenteil auch mit Silikon ausgefugt. Ich habe unter dem Schutzkorb ein
großes Aluminiumblech verschraubt. Quasi als Schutzschild fürs Holz.
Sicher ist sicher. Die Wärme wird somit gleich abgeleitet. Schutzkorb
drauf montiert und dann die Keramikfassung für den Elsteinstrahler.
Vorher natürlich das Silikonkabel angeschlossen. Ferner habe ich das
Stück Kabel das dann im Holz nach draußen verschwindet mit Kabelschellen
festgeschraubt. Keine Chance für das Tier sich irgendwo reinzuzwängen.
Über die Beleuchtung kann man sicher auch geteilter Meinung sein. Und
deshalb habe mich für eine Minifeuchtraumlampe entschieden, die ich durch
Zufall in einem Baumarkt gesehen habe.

Das Teil schaut so schnuckelig aus und
hat eine 9 Watt Energiesparlampe drin. Entspricht einer herkömmlichen
Glühbirne von 60 Watt. Wusste gar nicht das es so kleine Feuchtraumlampen
gibt. Das Licht ist angenehm und ein Teil des Terrarium bleibt daher etwas
dunkler, da die Lampe im rechten drittel des Terrariums sitzt. Das genau
habe ich gesucht. Außerdem ist es der Schlange völlig wurscht was für
ne Lampe da hängt. Die Helligkeit des Terrariums beim Python-Regius
spielt eine eher untergeordnete Rolle. Auch das UV-Licht, das ja für viele Reptilien sehr wichtig ist, braucht man beim
Python-Regius nicht. Es ist sogar in der Fachliteratur nachzulesen, das es
nicht bewiesen ist, das viele Schlangenarten UV-Licht benötigen, bzw.
aufnehmen können. Auch bei der Lampe habe ich Silikonkabel
verwendet. Tja, jetzt sind wir fast fertig mit
unserem ersten selbstgebauten Holzterrarium. Einen ersten kurzen Probelauf hat es
auch schon hinter sich. Elstein und Beleuchtung funktionieren. Es muss
noch ein paar Tage auslüften und dann kommt der Rest rein. Also die
Kunststoffpflanzen, der Rasenteppich, Trinkschale und ein zwei Dekostücke
für den Boden. Wenn wirklich alles drin ist las ich es einen Tag
Probelaufen und dann kann unsere Miss Marple in ihr neues Zuhause.

Die Scheiben sind endlich da. Passen
sie? passen sie nicht? Immerhin meine ersten selbst ausgemessenen Terrariumsscheiben. Jo, sie passen. Ja, endlich kann es richtig Probelaufen! aber was ist das? der
Biotherm ist Tagsüber auf 29° eingestellt und bleibt einfach bei 27,4°
stehen? die Nachtabsenkung hingegen auf 24,5° funktioniert tadellos. Was
ist denn jetzt los, Biotherm defekt? steht bei 27,4° aber der Elstein
heizt munter weiter???? Na logisch, die 100 Watt des Elstein schaffen die
29° nicht! Oh Man(n), was ne Blamage. Tja aber so kann's gehen. Manchmal
sind es die einfachsten Dinge...... Also austauschen den Elstein und 150
Watt rein. Jetzt klappt es wunderbar. Die Luftfeuchte beträgt Tagsüber
so um die 58% und Nachts um die 67% Diese Werte erreiche ich nicht mit
Sprühen, sondern reguliere einfach über die Trinkschalen. Im Moment sind
es zwei stück. Klappt hervorragend. Drei verschiedene
Temperaturzonen geben der Schlange die Möglichkeit, sich die raus zu suchen,
die sie gerade benötigt.

Fazit: Ein Holzterrarium selber zu bauen
ist gar nicht so schwierig und macht viel Spaß. In Punkto Optik schlägt
es ein Glasterrarium um Längen. Ebenso in der Wärmeisolierung. Sicher
hat auch Glas seine Vorteile, gerade wenn es darum geht Tiere zu
halten die eine Luftfeuchte von 80-90% benötigen. Da ist Glas
Wahrscheinlich die bessere Wahl. Wenn es denn ausreichend von außen
Isoliert wird. Für was man sich auch letztendlich entscheidet, bleibt
wohl jedem selber überlassen und zum Wohle des Tieres sollte man immer
das Optimum anstreben. Das nächste Terrarium gibt mit
Sicherheit wieder eins aus Holz.... Alle Temperaturen und Luftfeuchtwerte
sind in Ordnung. Der Tag ist da, wo Miss Marple endlich in ihr neues
Zuhause kann. Ein Reptilienexperte hat uns geraden das Tier so 5 Tage nach
der Fütterung umzusetzen. Denn das
Umsetzen bedeutet großen Stress für das Tier. Und sie muss sich erst mal
an das neue Terri gewöhnen. Was besser geklappt hat als befürchtet. Wir
haben alle Gegenstände vom Glasterri mit ins neue übernommen. Also ihre
Trinkschale, das Holz, die Korkrinde, ihr Podest, und die zwei Teile vom
Rasenteppich. Damit viele bekannte Gerüche da sind. Und das war, denke
ich eine gute Entscheidung.

Zwei Stunden bevor das Licht ausgeht,
setzten wir sie um. Sie wuselte etwas auf dem großen Podest rum und
verschwand dann unter ihrer Korkrinde. Um 21:00 geht die Beleuchtung aus.
Ich bewaffnete mich mit einer kleinen Taschenlampe die Blaues Neonlicht
abgibt und Postierte mich vor dem Terrarium. Ich musste nicht lange
warten, bis sie aus ihrem Versteck kam. Sie ging sofort auf Erkundungstour.
Alles wurde ausgiebig unter die Lupe genommen. Es war toll, sie zu
beobachten bei ihrem Streifzug durch das neue Terrarium. Die Zeit verflog
nur so und plötzlich stellte ich fest, das ich schon fast zwei Stunden
vorm Terrarium verbracht hatte... Am nächsten Tag in der früh, vermutete
ich das sie wieder in ihrer Wetbox liegt. Da sie im Glasterri immer nach ihren nächtlichen Streifzügen früh rein ging und den ganzen Tag
dort verbrachte. Falsch gedacht, sie lag unter der Korkrinde. Auch
an den folgenden Tagen war sie in der früh unter der Korkrinde und kommt
erst raus wenn es dunkel wird. Ein gutes Zeichen, zeigt es doch, das sie
die Wetbox nicht unbedingt braucht und die Luftfeuchtewerte im
Holzterrarium stimmen.

Ich lasse die Wetbox aber noch ne Weile drin. Vor
allem aber möchte ich die nächste Häutung abwarten, denn dort hielt sie
sich immer auf und blieb bis zum Schluss drin, bis sie nach draußen kam um
die alte Haut komplett in einem Stück an der Korkrinde abzustreifen.
Bleibt festzuhalten das, das Umsetzen zum Glück gut geklappt hat. Das
Holzterrarium ist jetzt ein Jahr in Betrieb. Und ich muß
feststellen das es die richtige Entscheidung für den
Werkstoff Holz war. Das nächste Terrarium gibt natürlich
wieder eins aus Holz. Das Holzterrarium ist jetzt über zwei
Jahre im Einsatz und ich habe es keinen Tag bereut, es
gebaut zu haben.

© Stephan Schwarz
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