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Terrariumbau / Seite 3

Zwei Podeste sollten sein, ein größeres und ein kleineres. Ferner wollte ich auch nicht auf einen schönen Ast, der über die ganze Länge des Terrariums geht nicht verzichten. Was bietet sich da für die Podeste besser an als Leimholz. Lässt sich sehr schön bearbeiten und sieht schick aus. Gut, die Holzwinkel sind aus dem Baumarkt und zum Stückpreis von 5,95 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen. Aber da es jetzt ein Holzterrarium ist, wollte ich keine Metallwinkel. Die Bohrlöcher an Rückwand und Seitenteil, die entstanden für die beiden Podeste zum festschrauben, habe ich jeweils mit einem dicken Tupfer Silikon versehen. Und anschließend die beiden Podeste sofort festgeschraubt. Auf den Podesten, wurde an den  zwei Kanten zu Rück und Seitenteil auch mit Silikon ausgefugt. Ich habe unter dem Schutzkorb ein großes Aluminiumblech verschraubt. Quasi als Schutzschild fürs Holz. Sicher ist sicher. Die Wärme wird somit gleich abgeleitet. Schutzkorb drauf montiert und dann die Keramikfassung für den Elsteinstrahler. Vorher natürlich das Silikonkabel angeschlossen. Ferner habe ich das Stück Kabel das dann im Holz nach draußen verschwindet mit Kabelschellen festgeschraubt. Keine Chance für das Tier sich irgendwo reinzuzwängen. Über die Beleuchtung kann man sicher auch geteilter Meinung sein. Und deshalb habe mich für eine Minifeuchtraumlampe entschieden, die ich durch Zufall in einem Baumarkt gesehen habe. 


Das Teil schaut so schnuckelig aus und hat eine 9 Watt Energiesparlampe drin. Entspricht einer herkömmlichen Glühbirne von 60 Watt. Wusste gar nicht das es so kleine Feuchtraumlampen gibt. Das Licht ist angenehm und ein Teil des Terrarium bleibt daher etwas dunkler, da die Lampe im rechten drittel des Terrariums sitzt. Das genau habe ich gesucht. Außerdem ist es der Schlange völlig wurscht was für ne Lampe da hängt. Die Helligkeit des Terrariums beim Python-Regius spielt eine eher untergeordnete Rolle. Auch das UV-Licht, das ja für viele Reptilien sehr wichtig ist, braucht man beim Python-Regius nicht. Es ist sogar in der Fachliteratur nachzulesen, das es nicht bewiesen ist, das viele Schlangenarten UV-Licht benötigen, bzw. aufnehmen können.  Auch bei der Lampe habe ich Silikonkabel verwendet. Tja, jetzt sind wir fast fertig mit unserem ersten selbstgebauten Holzterrarium. Einen ersten kurzen Probelauf hat es auch schon hinter sich. Elstein und Beleuchtung funktionieren. Es muss noch ein paar Tage auslüften und dann kommt der Rest rein. Also die Kunststoffpflanzen, der Rasenteppich, Trinkschale und ein zwei Dekostücke für den Boden. Wenn wirklich alles drin ist las ich es einen Tag Probelaufen und dann kann unsere Miss Marple in ihr neues Zuhause. 


Die Scheiben sind endlich da. Passen sie? passen sie nicht? Immerhin meine ersten selbst ausgemessenen Terrariumsscheiben. Jo, sie passen. Ja, endlich kann es richtig Probelaufen! aber was ist das? der Biotherm ist Tagsüber auf 29° eingestellt und bleibt einfach bei 27,4° stehen? die Nachtabsenkung hingegen auf 24,5° funktioniert tadellos. Was ist denn jetzt los, Biotherm defekt? steht bei 27,4° aber der Elstein heizt munter weiter???? Na logisch, die 100 Watt des Elstein schaffen die 29° nicht! Oh Man(n), was ne Blamage. Tja aber so kann's gehen. Manchmal sind es die einfachsten Dinge...... Also austauschen den Elstein und 150 Watt rein. Jetzt klappt es wunderbar. Die Luftfeuchte beträgt Tagsüber so um die 58% und Nachts um die 67% Diese Werte erreiche ich nicht mit Sprühen, sondern reguliere einfach über die Trinkschalen. Im Moment sind es zwei stück. Klappt hervorragend. Drei verschiedene Temperaturzonen geben der Schlange die Möglichkeit, sich die raus zu suchen, die sie gerade benötigt.


Fazit: Ein Holzterrarium selber zu bauen ist gar nicht so schwierig und macht viel Spaß. In Punkto Optik schlägt es ein Glasterrarium um Längen. Ebenso in der Wärmeisolierung. Sicher hat auch Glas seine Vorteile, gerade wenn es darum geht Tiere zu halten die eine Luftfeuchte von 80-90% benötigen. Da ist Glas Wahrscheinlich die bessere Wahl. Wenn es denn ausreichend von außen Isoliert wird. Für was man sich auch letztendlich entscheidet, bleibt wohl jedem selber überlassen und zum Wohle des Tieres sollte man immer das Optimum anstreben. Das nächste Terrarium gibt mit Sicherheit wieder eins aus Holz.... Alle Temperaturen und Luftfeuchtwerte sind in Ordnung. Der Tag ist da, wo Miss Marple endlich in ihr neues Zuhause kann. Ein Reptilienexperte hat uns geraden das Tier so 5 Tage nach der Fütterung umzusetzen. Denn das Umsetzen bedeutet großen Stress für das Tier. Und sie muss sich erst mal an das neue Terri gewöhnen. Was besser geklappt hat als befürchtet. Wir haben alle Gegenstände vom Glasterri mit ins neue übernommen. Also ihre Trinkschale, das Holz, die Korkrinde, ihr Podest, und die zwei Teile vom Rasenteppich. Damit viele bekannte Gerüche da sind. Und das war, denke ich eine gute Entscheidung. 


Zwei Stunden bevor das Licht ausgeht, setzten wir sie um. Sie wuselte etwas auf dem großen Podest rum und verschwand dann unter ihrer Korkrinde. Um 21:00 geht die Beleuchtung aus. Ich bewaffnete mich mit einer kleinen Taschenlampe die Blaues Neonlicht abgibt und Postierte mich vor dem Terrarium. Ich musste nicht lange warten, bis sie aus ihrem Versteck kam. Sie ging sofort auf Erkundungstour. Alles wurde ausgiebig unter die Lupe genommen. Es war toll, sie zu beobachten bei ihrem Streifzug durch das neue Terrarium. Die Zeit verflog nur so und plötzlich stellte ich fest, das ich schon fast zwei Stunden vorm Terrarium verbracht hatte... Am nächsten Tag in der früh, vermutete ich das sie wieder in ihrer Wetbox liegt. Da sie im Glasterri immer nach ihren nächtlichen Streifzügen früh rein ging und den ganzen Tag dort verbrachte. Falsch gedacht, sie lag unter der Korkrinde. Auch an den folgenden Tagen war sie in der früh unter der Korkrinde und kommt erst raus wenn es dunkel wird. Ein gutes Zeichen, zeigt es doch, das sie die Wetbox nicht unbedingt braucht und die Luftfeuchtewerte im Holzterrarium stimmen.


Ich lasse die Wetbox aber noch ne Weile drin. Vor allem aber möchte ich die nächste Häutung abwarten, denn dort hielt sie sich immer auf und blieb bis zum Schluss drin, bis sie nach draußen kam um die alte Haut komplett in einem Stück an der Korkrinde abzustreifen. Bleibt festzuhalten das, das Umsetzen zum Glück gut geklappt hat. Das Holzterrarium ist jetzt ein Jahr in Betrieb. Und ich muß feststellen das es die richtige Entscheidung für den Werkstoff Holz war. Das nächste Terrarium gibt natürlich wieder eins aus Holz. Das Holzterrarium ist jetzt über zwei Jahre im Einsatz und ich habe es keinen Tag bereut, es gebaut zu haben.

   

© Stephan Schwarz
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